Brandt School Universität Erfurt

Willy Brandt Symposium 2012

Welche Impulse kann die Auseinandersetzung mit dem politischen Erbe Willy Brandts für die Diskussion und Bearbeitung der drängenden gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit geben? Mit dieser Frage befasst sich das Symposium, das die Willy Brandt School of Public Policy anlässlich des 20. Todestages Willy Brandts am 29. und 30. Juni 2012 in Erfurt ausrichtet. Das Symposium richtet sich gleichermaßen an Wissenschaftler und die interessierte Öffentlichkeit.

Die Vortäge und Diskussionen in den Panels beleuchten anhand verschiedener Themenschwerpunkte Brandts Denken und Handeln in seiner Zeit und stellen Anschlüsse zu gegenwärtigen politischen Herausforderungen und Problemstellungen her. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Verortung der Sozialdemokratie im 21. Jahrhundert, Fragen der globalen Verteilung von Ressourcen und der Demokratisierung politischer Systeme.

Das Symposium besteht aus drei Panels und einem Schlusspanel, die jeweils von einer Moderatorin/einem Moderator geleitet werden. In jedem der drei Panels stellen zwei bis drei Referenten ein Thema vor und fassen ein bis zwei Diskutanten die Fragestellungen und Ergebnisse jeweils kommentierend zusammen. Im Schlusspanel wird eine Expertenrunde die im Laufe des Symposiums aufgekommenen Fragen und Ergebnisse diskutieren. Die Beiträge werden im Anschluss an das Symposium in einem Tagungsband veröffentlicht.

1. Panel: Willy Brandt im Exil – Der skandinavische Einfluss auf die (deutsche) Sozialdemokratie

Die erste Vortrags- und Diskussionsrunde soll die Einflüsse der skandinavischen Sozialdemokratie auf das Denken Willy Brandts und die deutsche Sozialdemokratie erörtern. Hier sind Beiträge über die Geschichte der skandinavischen Sozialdemokratie gefragt, die die Rezeption sozialistischer und marxistischer Theorien in Skandinavien, die spezifische Beziehung der nordischen Sozialdemokratie zum Gedanken- und Theoriegebäude des demokratischen Sozialismus oder andere theoretische Arbeiten aus diesem politischen Spektrum darstellen und diskutieren.


Ein zweites Themenfeld im ersten Panel bilden die Einflüsse dieses Denkens auf die konkrete Regierungspolitik Willy Brandts: Wie haben sich Inhalte und Deutungshorizonte der Begriffe „demokratischer Sozialismus“ und „Sozialdemokratie“ über die Zeit verändert? Inwiefern nehmen gegenwärtige Debatten und Programmatiken zur Sozialdemokratie Bezug auf die Vorstellungen Brandts? Welchen Status hat das sozialdemokratische Modell Skandinaviens in den heutigen programmatischen Überlegungen und wie verläuft der internationale Austausch zu Konzepten und Modellen verschiedener Sozialdemokratien?

2. Panel: Willy Brandts Beitrag zur Entwicklungspolitik

Die zweite Vortrags- und Diskussionsrunde ist dem Beitrag Willy Brandts zur Entwicklungspolitik gewidmet. Im Fokus stehen hier Willy Brandts Tätigkeit in der Nord-Süd-Kommission, seine Mitarbeit bei der Erarbeitung entwicklungspolitischer Grundsätze für die Regierungsarbeit der SPD sowie in der Sozialistischen Inter-nationalen. Welche (praktischen) Folgen und Ergebnisse hatte dieses (politische) Engagement Willy Brandts?
Im Mittelpunkt des zweiten Themenbereiches des zweiten Panels stehen aktuelle Bezüge der Einflüsse auf Brandts Denken: Welche Aspekte des Brandtschen Denkens und Wirkens können für gegenwärtige entwick-lungspolitische Konzepte, globale Verteilungsfragen und internationale Konflikte sowie der Frage der Nach-haltigkeit nutzbar gemacht werden?

3. Panel: Willy Brandt, die Sozialistische Internationale und die Transitionsprozesse im südlichen Europa

Die dritte Vortrags- und Diskussionsrunde befasst sich mit den Demokratieprozessen im südlichen Europa in den 1970er Jahren (Portugal, Spanien, Griechenland). Mögliche Beiträge wären etwa eine Untersuchung der Begleitung des Transitionsprozesses durch die Sozialistische Internationale, durch die SPD und der spezifische Beitrag Brandts. Welche Wechselwirkungen bestanden zwischen den Demokratieprozessen im südlichen Europa und den sozialistischen und sozialdemokratischen politischen Parteien und Organisationen? Wie wurden die Demokratisierungsentwicklungen von den Sozialdemokraten rezipiert? Welche Rolle spielte in diesem Zusammenhang Willy Brandt?
Im zweiten Themenbereich dieses Panels könnte auf die Rezeption von Brandts Denken und Vorstellungen in Südeuropa und innerhalb der Sozialistischen Internationale eingegangen werden. Von besonderem Interesse sind hier die gegenwärtigen Entwicklungen im südeuropäischen Raum, deren Erfolge und/oder Misserfolge auch mit Blick auf die derzeitige wirtschaftliche Krise diskutiert werden könnten.

Organisatorische Hinweise

Geplant ist eine Tagung, in der Referenten und Diskutanten in ein Arbeitsgespräch eintreten. In Kurzreferaten von 15 Minuten stellen die Verfasser ihre innovativen Ansätze und Forschungsergebnisse vor. Die Diskutanten nehmen dann zu den Thesen Stellung. Ziel der von einem Moderator geleiteten Diskussion ist die Erarbeitung übergeordneter Fragestellungen und die Zusammenstellung von Ergebnissen zur Erfassung der Bedeutung von Willy Brandt für seine Zeit und für heute in den drei Forschungsbereichen skandinavisches Exil, Entwicklungspolitik und Transitionsprozesse.

Die Teilnahme an dem Symposium ist kostenfrei. Den Referenten, Diskutanten und den Moderatoren werden die Reisekosten und die Unterkunftskosten erstattet.

Eine Rückmeldung zu den eingesandten Beiträgen erfolgt bis zum 30. April 2012. Eine schriftliche Fassung der Beiträge, die noch keine Publikationsreife haben muss, sondern der Vorbereitung der Diskutanten dient, muss bis zum 31. Mai 2012 vorliegen. Die Konferenzbeiträge werden in einem Tagungsband veröffentlicht. Termin für die Abgabe der ausgearbeiteten Fassung der Beiträge ist der 31.10.2012.

Wichtige Termine

31. März 2012          Einreichung der Kurzfassungen
30. April 2012           Benachrichtigung der Autoren
31. Mai 2012            Abgabe der Vorträge
29./30. Juni 2012     Konferenz
31. Oktober 2012    Abgabe der schriftlichen Beiträge für den Tagungsband

Programm

Das ausführliche Tagungsprogramm finden Sie hier.

Programmflyer

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E-Mail: franziska.diller@uni-erfurt.de

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